Die 10 wichtigsten Forderungen zum Erhalt der Freien Theater Sachsen-Anhalt

Zur dramatischen Situation der Akteure der Freien Darstellenden Künste in Sachsen-Anhalt in Verbindung mit der Verbreitung von COVID-19

Die aktuelle Lage für Akteure und Einrichtungen der Freien Darstellenden Künste in Deutschland und Sachsen-Anhalt ist ernst und es herrscht große Verunsicherung. Schnelle Hilfen und wirtschaftliche Verfahrensweisen werden seit Tagen bundesweit in Aussicht und in einigen Bundesländern sogar bereits zur Verfügung gestellt.
Viele der von Bundesregierung und den bundesweiten Interessenvertretungen vorgeschlagenen Maßnahmen sind für die Freien Darstellenden Künstler*innen in Sachsen-Anhalt nur wenig oder gar nicht nutzbar. Vor allem aufgrund des nicht beschlossenen Haushalts ist diese Lage der freien Theater im Land mittlerweile absolut existenzbedrohend. Daher fordern wir von der Landesregierung innerhalb der nächsten 7 Tage folgende gesicherte und belegbare Maßnahmen, um die Auswirkungen für die Existenz der Akteure (ob als Einzelkünstler*innen oder als Ensembles) abzuschwächen. Ein Zögern ist katastrophal für die Akteure und wird die freie Theaterlandschaft in Sachsen-Anhalt nachhaltig negativ verändern.

UNSERE 10 WICHTIGSTEN FORDERUNGEN AN DAS LAND

  1. Einhalten aller Förderzusagen , Erteilung aller Zuwendungsbescheide innerhalb von 14
    Tagen und frühzeitige Auszahlung der Gesamtsummen oder größerer Raten von Fördermitteln!
  2. Anwendung der Festbetragsförderung als Förderart!
  3. Keine restriktive Behandlung der Fördermittel in der Abrechnung insbesondere unter
    folgenden Aspekten:
    Keine Rückforderungen von Fördermitteln am Ende des Haushaltsjahres
    ▶ Keine Nachteile aufgrund der Verringerung der Anzahl an gespielten Vorstellungen
    ▶ Keine Abhängigkeit von Zuschauer- oder Teilnehmendenzahlen
    Anerkennung digitaler Präsentations- und Arbeitsformate von geförderten Veranstaltungen/Projekten
    Verlängerung des Bewilligungszeitraums
    Überjährigkeit der geförderten Projekte ermöglichen
    Verringerung des notwendigen finanziellen Eigenanteils (z.B. aufgrund geringerer
    Einnahmen durch digitale Veranstaltungsangebote)
    ▶ Aufstockung der beabsichtigten Förderhöhen um eine Verwaltungspauschale von
    mindestens 10% der Fördersumme
  4. Dokumentierte Ausfälle resp. Mehrkosten durch Covid-19 werden ausgeglichen . Dies gilt
    auch für nachweisbar entfallende Eintrittsgelder der Einrichtungen, die durch das Land
    gefördert werden!(1)
  5. Einrichten und Umsetzen des vom BKM und der KMK in Aussicht gestellten Nothilfefonds (auf
    Bundes- und Landesebene) für alle Akteure der Freien Darstellenden Künste in
    Sachsen-Anhalt unabhängig von der Landesförderung!(2)
  6. Einführung des Modellprojekts BGE (Bedingungsloses Grundeinkommen) in Höhe von
    monatlich netto 1.000,-€ für Solo-Selbstständige und freiberufliche Theaterkünstler*innen in
    Sachsen-Anhalt für mindestens 6 Monate ab Beginn der Pandemieerklärung durch die WHO!
  7. Haushaltstitel (686.74.181) Freie Theaterförderung ab Haushaltsjahr 2021 auf 1.000.000 € erhöhen , um die finanziellen Härten aus 2020 abzufedern und Planungssicherheit für Akteure
    und Einrichtungen im Land zu gewährleisten!
  8. Die Einkommensteuervorauszahlungen für den freien Theaterbereich sofort unbürokratisch
    aussetzen oder Stundungen anbieten!
  9. Die Forderungen der Kulturminister*innenkonferenz und des Deutschen Kulturrats
    werden in Sachsen-Anhalt in vollem Umfang umgesetzt!
  10. Zinslose Liquiditätsdarlehen für Einrichtungen der Freien Darstellenden Künste in
    Sachsen-Anhalt ermöglichen, die nicht über die Projektförderung des Landes gefördert
    werden (Rückzahlungen können in Folgejahren als Mehrkosten im Wirtschaftsplan abgebildet
    werden)!

Kontakt
Landeszentrum Freies Theater Sachsen-Anhalt e.V.
Brandenburger Straße 9, 39104 Magdeburg
www.lanze-lsa.de | info@lanze-lsa.de
Vorstandsvorsitz Janek Liebetruth | janek.liebetruth@lanze-lsa.de | 0160.93830013
Geschäftsführung Maria Gebhardt | maria.gebhardt@lanze-lsa.de | 0391.886859-6
Öffentlichkeitsarbeit Betty Magel | betty.magel@lanze-lsa.de | 0391.886859-5

(1) vgl. Baden-Württemberg
(2) Pressemitteilung Deutscher Kulturrat vom 13.03.2020