Modellprojekt Theaterpädagogik des Landes Sachsen-Anhalt

Das Modellprojekt war ein Förderprogramm zur Stärkung der Theaterpädagogik in Sachsen-Anhalt, zunächst auf zwei Jahre (2015 und 2016) ausgelegt. Die mit insgesamt 900.000 Euro ausgestattete 1. Projektphase (2015/2016) des Kultusministeriums wendete sich an alle Akteure, die in Sachsen-Anhalt theaterpädagogisch arbeiteten. Es galt, die bereits vorhandenen Potenziale im Bereich der Theaterpädagogik auszubauen und nachhaltige Entwicklungsimpulse zu setzen, die über die Laufzeit des Modellprojektes hinaus in die Theaterlandschaft hineinwirken. Insbesondere in strukturschwachen Regionen und im ländlichen
Raum konnten die einzelnen Programmbestandteile modellhaft wirken und die Theaterpädagogik in seiner ganzen Breite stärken.

Am 1. April 2017 startete das Modellprojekt in die 2. Projektphase 2017/2018. Ziel der Fortsetzung war die weitere nachhaltige Stärkung der theaterpädagogischen Arbeit im Land Sachsen-Anhalt und die Vernetzung und Qualifizierung der Akteur*innen.

Um gebündelt auf die Entwicklungen der letzten Jahre und die Chancen zu blicken, entstand 2018 eine Abschlusspublikation des gesamten Förderprogramms. Dort finden sich verschiedene Blickwinkel auf das Wirken der einzelnen Bestandteile des Modellprojekts, Visionen für die Zukunft theaterpädagogischer Praxis in Sachsen-Anhalt sowie Beiträge zu aktuellen Tendenzen und prägnanten Entwicklungen.

Das Modellprojekt Theaterpädagogik endete 31.12.2018.

Video: © Eric Mohaupt

Das Konzept

Die mit insgesamt 900.000 Euro ausgestattete 1. Modellprojektphase wandte sich an alle Akteur*innen, die in Sachsen-Anhalt theaterpädagogisch arbeiten. Es schloss die selbstständig arbeitenden Theaterpädagoginnen und Theaterpädagogen des Landes und die Freien Theater in gleichem Maße ein wie die Akteur*innen an den vertragsgebundenen Theatern des Landes Sachsen-Anhalt. Erstmalig werden, Freie Theater, Freie Theaterpädagog*innen und städtische Theater in einem gemeinsamen, maßgeschneiderten Modellprojekt unterstützt.

Das Förderprogramm unterstützte in der 1. Modellprojektphase sowohl investive Vorhaben der Theaterszene als auch ausgewählte Einzelprojekte, die sich in allen Altersstufen an Kinder und Jugendliche wenden. Darüber hinaus wurde ein begleitendes Fort- und Weiterbildungsprogramm organisiert sowie eine nachhaltige Vernetzung im Bundesland Sachsen-Anhalt gefördert.

Ziel der 2. Modellprojektphase (2017/2018) war es, die Konzeption fortzuführen und qualitativ weiterzuentwickeln. Als zentraler Bestandteil war die Förderung von Projekten. Ebenso weiterentwickelt wurde der Fort- und Weiterbildungsgedanke und die Vernetzung aller Akteur*innen. LanZe fungierte als zentrale Koordinierungsstelle und als theaterpädagogisches Zentrum des Landes-Sachsen-Anhalt. Akteur*innen konnten sich durch LanZe beraten lassen, sie erhielten Unterstützung bei der Ausarbeitung von Förderanträgen. Darüber hinaus konnten sie für die theaterpädagogiosche Arbeit in Magdeburg einen Workshopraum nutzen und erhielten auf Wunsch technische Unterstützung. Nachdem in der 1. Modellprojektphase ein erheblicher Investitionsbedarf gedeckt werden konnte, wurden in der 2. Modellprojektphase keine Investitionen gefördert.

Das Anliegen des Modellprojektes

Anliegen des Modellprojektes war es, die bereits vorhandenen Potenziale im Bereich der Theaterpädagogik auszubauen und nachhaltige Entwicklungsimpulse zu setzen, die über die Laufzeit des Modellprojektes hinaus in die Theaterlandschaft hineinwirken. Insbesondere in strukturschwachen Regionen und im ländlichen Raum sollten die einzelnen Programmbestandteile modellhaft wirken und die Theaterpädagogik in seiner ganzen Breite stärken.

Die 1. Modellprojektphase 2015/2016 bot zudem die Chance, beim Landeszentrum Spiel & Theater Sachsen-Anhalt e. V. ein Theaterpädagogisches Landeszentrum einzurichten, das auch in der 2. Modellprojektphase, aber auch darüber hinaus allen Partner*innen für ihre Arbeit zur Verfügung steht.

LanZe als Projektkoordinierungsstelle

Innerhalb des Modellprojektes übernahm das Landeszentrum Spiel & Theater Sachsen-Anhalt e. V. (LanZe) als Projektkoordinierungsstelle die inhaltliche und organisatorische Planung der Fort- und Weiterbildungen sowie die administrative Betreuung und Dokumentation.

Ein monatlicher Newsletter wendete sich an alle Akteur*innen der Theaterpädagogik in Sachsen-Anhalt und bot hilfreiche Informationen zu wichtigen organisatorischen Angelegenheiten und geplanten Veranstaltungen im Rahmen des Modellprojektes.

Neben der internen Evaluierung und Qualitätskontrolle der Projekte wurde in der 1. Projektphase eine externe Evaluation durchgeführt. Diese wurde von LanZe begleitet und gab Aufschluss darüber, welche Ergebnisse im Rahmen des Modellprojektes erzielt worden sind und welche Schlussfolgerungen sich für alle beteiligten Partner ableiten lassen.

Evaluation der Modellprojektphase 2015/2016

Ein externer Dienstleister – das Institut für Dienstleistungs- und Prozessmenagement GmbH, ein An-Institut der Hochschule Harz – hat die erste Modellprojektphase untersucht. Der externen Evaluation liegt u. a. eine umfangreiche Befragung der Teilnehmer*innen und des Fördermittelgebers zu Grunde. Der im Dezember 2016 erstellte Abschlussbericht zieht eine außerordentlich positive Bilanz, beschreibt gleichsam Entwicklungspotentiale und empfiehlt in der Gesamtschau eine Fortsetzung der Maßnahme.
Siehe: Abschlussbericht_Evaluation_MP_Theaterpädagogik_2015-2016

Evaluation der Modellprojektphase 2017/2018

Das Landeszentrum Spiel & Theater Sachsen-Anhalt e.V. (LANZE) hatte Ende Juni 2018 eine Evaluation des „Theaterpädagogischen Modellprojekts“ beauftragt. Die Ergebnisse der Evaluation wurden abschließend in einer Studie dokumentiert. Ziel der Evaluation war eine Analyse des Modellprojekts insbesondere unter Berücksichtigung der Erreichung seiner Ziele und seiner Wirkungen. Damit schuf die Studie eine Grundlage für kulturpolitische Entscheidungen bezüglich einer Fortführung sowie künftigen strategischen Ausrichtung des Modellprojekts.

Der Auftrag zur Studie wurde an Frau Dr. Cornelia Dümcke, CULTURE CONCEPTS, mit Sitz in Berlin, vergeben. Ihr Büro ist mit der kulturellen und kulturpolitischen Situation im Land Sachsen-Anhalt durch verschiedene Projekte bzw. Untersuchungen vertraut (u.a. Masterplanung um die Himmelsscheibe von Nebra im Vorfeld der Errichtung des Besucherzentrums Arche Nebra; Evaluation der
institutionell geförderten kulturellen Einrichtungen im Land Sachsen-Anhalt, u.a.m.).

Gefördert durch das Land Sachsen-Anhalt

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