Dies ist eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für die Beantragung eines Stipendiums im Rahmen des Förderprogramms „Kultur ans Netz“ des Landes Sachsen-Anhalt.

Registrierung

unter https://antrag.ib-sachsen-anhalt.de/document-manager findet sich die Online-Antragsmaske für die Beantragung im Rahmen von „Kultur ans Netz“.

In der Produktauswahl muss „Kultur ans Netz“ ausgewählt werden.

Wer bereits im Rahmen der Soforthilfe des Bundes Mittel bei der IB beantragt hat, muss bei den untersten Checkboxen „Ja“ auswählen. Keine Sorge, beantragt werden kann die Förderung durch „Kultur macht stark“ dennoch – handelt es sich doch um ein Förderprogramm und keine klassische Soforthilfe aufgrund von Corona.

Auch wer derzeit Grundsicherung bezieht, sollte in jedem Fall einen Antrag bei „Kultur ans Netz“ stellen. Nach Rückmeldung aus dem Ministerium für Kultur sollte die Förderung nicht auf die Grundsicherung angerechnet werden, da es sich nicht um ein Einkommen, sondern eine mit Rechtsgrundlage versehene Förderung für eine künstlerische Umsetzung handelt. Wer hier doch auf Widerstand stößt, meldet sich bitte sofort bei LanZe.

Die Registrierung wird mit der Angabe eines Nutzernamens und eines Passworts abgeschlossen. Das ermöglicht, dass der Antrag nach und nach ausgefüllt werden kann, da der interne Bereich jeweils die eingetragenen Daten speichert, selbst wenn das Verfahren noch nicht ganz abgeschlossen ist.
ACHTUNG! Die Mailadresse unbedingt auf Richtigkeit prüfen – nach der Registrierung wird ein Bestätigungslink an die Mailadresse geschickt und erst dann kann der Antrag ausgefüllt werden.

berufsbezogene Daten

Nach Bestätigung der Registrierung über den Link in der Bestätigungsmail, erfordert das Antragssystem berufsbezogene Angaben.

Im Wirtschaftszweig sind folgende Möglichkeiten für den Bereich der darstellenden Künste relevant (sie können selbst geschrieben werden und müssen nicht in der Liste gesucht werden):

  • selbstst. Artistin / Zirkusgruppe
  • Künstler Film/Fernsehen/Bühne
  • Theaterensembles
  • Theater-/Konzertveranstalter
  • Dienstleistung für Unterhaltung Erholung
  • Varietés und Kleinkunstbühnen
  • Dienstleistung für die darstellende Kunst
  • Orchester, Kapelle, Chor, Ballett

Darauf folgende wird eine Konkretisierung über die Berufsgruppe erbeten:

  • Tänzer*in
  • Schauspieler*in
  • Librettist*in
  • Sängerdarsteller*in
  • Kabarettist*in
  • Puppen-, Marionetten- und Figurenspieler*in
  • Clown*in
  • Regisseur*in
  • Choreograf*in
  • Dramaturg*in
  • Bühnen-, Szenen-, Kostümbildner*in
  • künstlerisch-technische Mitarbeiter*in
  • Ausbilder*in Darstellende Künste
  • Theaterpädagog*in

Die Angabe einer Mitgliedsnummer in der Künstlersozialkasse (KSK) ist nicht verbindlich.

Erklärungen

Noch bevor die Antragsunterlagen eingereicht werden können, folgen einige Erklärungen. Zunächst die Erklärung über coronabedingte finanzielle Einbußen. Hier ist keine ausführliche Darstellung mit Einnahmen und Ausgaben gefragt, sondern lediglich ein Kurztext, der bestätigt, dass Einbußen stattgefunden haben. Wer es wasserdicht machen will, hat bereits ab Beginn der Pandemie dokumentiert, welche vertraglich gesicherten Einkünfte und welche erwarteten Einkünfte ausgeblieben sind und/oder stellt einen Vergleich der diesjährigen Einkünfte mit denen aus dem letzten Jahr zwischen März und August an.

Es folgt die Angabe eines Projekttitels sowie die Rückfragen zum Projektzeitraum. Dieser kann frei gewählt werden – sollte aber nicht in der Vergangenheit liegen!

Ab dem Moment der erfolgreichen Antragstellung kann mit dem Projekt begonnen werden – ein „Vorzeitiger Maßnahmebeginn“ ist nicht notwendig. Daher kann als Beginn auch durchaus derselbe Tag der Antragstellung angegeben werden. Die Richtlinie selbst ist bis zur Mitte 2021 in Kraft. Daher kann durchaus auch das Projekt erst später begonnen werden. Wer ganz sicher in Bezug auf die Grundsicherung verfahren will, wählt also einen Zeitraum, der nicht mehr im Bezugszeitraum der Grundsicherung liegt.

Hier wird auch der beantragte Zeitraum bzw. die Dauer des Projekts ausgewählt. Monatlich 1.000€ ist ein Festbetrag – es wird also nicht nachgerechnet, ob nur ein Bedarf an unter 1.000€ pro Monat besteht, sondern die 1.000€ monatlich werden – nach erfolgreicher Prüfung und positivem Bescheid – direkt auf das Konto überwiesen.

Hier wird in den unteren Checkboxen angegeben, ob andere Stellen auch bereits Geld geben – das sollte vermieden werden. Da „Kultur ans Netz“ aber auch Übevorhaben oder Konzeptionsarbeit für folgende Projekte fördert, sollte das keine Schwierigkeit darstellen.

Wer die zweite Checkbox mit „ja“ markiert, wird für die deminimis-Regelung der EU interessant. Eine wirtschaftliche Verwertung muss dann wirklich direkt mit den Ergebnissen der Arbeit erfolgen – z.B. also wer tatsächlich eine aufführungsreife Produktion für 3.000€ erarbeitet, kann diese direkt im Anschluss wirtschaftlich verwerten. Oder wer eine CD fertig produziert, kann diese direkt verkaufen. Wenn aber noch weitere Schritte notwendig werden nach dem Stipendium, z.B. weil lediglich ein Textbuch für eine Theaterproduktion erarbeitet wurde, der verwertet das Stipendienergebnis nicht direkt wirtschaftlich. Wer „nein“ anklickt, sollte noch markieren, ob das Ergebnis des Stipendiums regional oder nicht nur regional Auswirkungen haben wird. Nur wer auch hier „nein“ angeben kann, wird von der Erklärung im Rahmen der deminimis-Regelung befreit.

Wer in der zweiten und/oder dritten Checkbox „ja“ angeklickt hat, wird eine deminimis-Erklärung unterzeichnen müssen. Auch das ist nicht dramatisch.
Hintergrund: Wer von der EU (direkt aus EU-Fördertöpfen oder indirekt durch andere öffentliche (z.B. kommunale oder landesseitige Förderung) Geld für künstlerische Arbeit bekommt, muss nachweisen, dass die Zuwendungen nicht „wettbewerbsverzerrend“ wirken. Die EU sagt, dass eine Verzerrung des Wettbewerbs vorliegt ab einer erhaltenen Gesamtsumme über 200.000€ in 3 Jahren. Voraussetzung dafür ist aber, dass die jeweiligen Förderungen auch selbst „deminimis“-Förderungen waren – dies muss man direkt und kokret bei Erhalt des Zuwendungsbescheids bestätigen. Wer also nicht direkt EU-Gelder bekommen hat oder eine solche Erklärung jemals unterzeichnet hat, kann bei der deminimis-Erklärung ohne Sorge angeben, keine relevanten Förderungen erhalten zu haben und ist damit auch nicht interessant. Selbst wenn in 3 jahren mehr als 200.000€ zusammenkamen, dann ist das immer noch kein Ausschlusskriterium, sondern löst lediglich beim Land die Notwendigkeit zu einem anderen Bearbeitungsverfahren aus.

Die nun folgenden Erklärungen sind die Einwilligung in die Rechtsgrundlagen der Förderung. Dass die AnBest-P (und ihre Ausnahmen) Anwendung finden. Dass nicht betrogen werden darf, dass das Vorhaben noch nicht begonnen wurde, dass der Antragsteller professionell selbstständig und nicht in Ausbildung ist, etc.

Achtung: es wird auch versichert, dass etwaige Folgekosten aus dem Projekt selbst getragen werden. Schon allein deshalb empfiehlt es sich, keine abgeschlossene Produktion zu erarbeiten. Dann können wahrscheinlich keine Mittel mehr für Sachkosten der Aufführungen beantragt werden.

Außerdem wird die Einwilligung in die Datenverarbeitung erfragt.
Achtung: Wer den Werbemaßnahmen nicht zustimmen will, wählt einfach keinen Kontaktweg aus. Damit wird dann automatisch den Werbemaßnahmen nicht zugestimmt.
Die beiden unteren Checkboxen hingegen sind wieder wichtig, damit die IB die Daten verarbeiten und weitergeben darf. Mitunter wird LanZe eingebunden, wenn sich das vorhaben nicht eindeutig erschließt. Damit die IB dies darf, braucht es die Einwilligung.

Antragsunterlagen

Nachdem Registrierung, berufliche Grunddaten und Erklärungen abgeschlossen wurden, dürfen dann auch die tatsächlichen Antragsunterlagen hochgeladen werden. Erst hier wird es also konkret für die Vorhaben.

In den jeweiligen Unterlagen wird die künstlerische Vita erfragt, um die professionelle Selbstständigkeit nachweisbar zu machen. Hier müssen also nicht alle beruflichen Stationen eingegeben werden – ebenso wenig bei den künstlerischen Leistungen. Es ist völlig ausreichend stichwortartig die wesentlichsten Stationen der letzten Jahre darzustellen – es ist keine vollständige Gesamtübersicht notwendig.

In der Beschreibung des Vorhabens ist auch Kürze in Ordnung. Von den Antragstellenden werden keine umfassenden Projekte oder Inszenierungen erwartet. Wesentlich ist aber, dass nachvollziehbar wird, inwiefern das Vorhaben im direkten Zusammenhang mit der Wiederaufnahme der künstlerischen Tätigkeit steht. Es empfiehlt sich, basale Aufgaben der inhaltlichen, künstlerischen Selbstständigkeit als Projekt zu beschreiben und zu beantragen, denn besondere, experimentelle Projekte. Es ist völlig ok, wenn ihr euch jetzt Zeit nehmt für Aspekte und to dos eurer Selbstständigkeit, die ihr sowieso angehen würdet. Achtet nur darauf, dass sie als Projekte abgeschlossen beschreibbar sind.

Denkbar wäre z.B. die Erarbeitung einer Stückfassung oder einer umfassenden künstlerischen Konzeption für ein Folgeprojekt. Auch „Üben“ kann als abschließbares Projekt beschrieben werden, z.B. wenn im Bereich Sprechtheater besondere Aufmerksamkeit auf das Training der Sprache gelegt werden soll – oder im Bereich des Tanztheaters besondere choreografische Vorarbeiten notwendig werden oder künstlerische Figuren und Ensemblearbeit geprobt und für Folgearbeiten untersucht werden sollen.

Und immer gilt: wer Beratungsbedarf hat, meldet sich bitte bei Maria Gebhardt, Tel. 0391 8868596, Mail info@lanze-lsa.de.