Infos zu COVID-19

Liebe Akteure,
Liebe Theaterschaffende,

aufgrund der aktuellen Berichterstattung haben wir einige Informationen zu persönlichem und beruflichem Schutz für euch und Sie zusammengetragen. Das ist der gerade aktuelle Stand unsererseits.
Wir ergänzen soweit möglich auf unseren digitalen Kanälen, sobald es Neuigkeiten gibt.
Bitte habt Verständnis dafür, dass wir keine Einzelfallabschätzungen, weder zum Infektionsrisiko noch zur Ausfallhaftung, geben können. Wir raten aber in jedem Fall dazu, etwaige Verdienstausfälle/Verluste nachvollziehbar zu dokumentieren.

Die aktuelle Risikobewertung veröffentlicht das Robert Koch-Institut, ebenso die aktuellen Fallzahlen.

PERSÖNLICHER SCHUTZ

Empfohlene persönliche Schutzmaßnahmen für den Alltag gibt der Verbraucherschutz, das Landesamt Sachsen-Anhalt hat dazu eine Hotline eingerichtet (0391 256 4222). Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung bietet ein FAQ – Antworten auf häufig gestellte Fragen. Dort gibt es auch kurze Erklärvideos zu richtigen Verhaltensweisen. (Begrüßungsrituale, wie Händeschütteln sind auch so eine Sache: die Neue Zürcher Zeitung schlägt ein paar Alternativen vor)

Ein noch ausführlicheres FAQ bietet die Hamburger Morgenpost.

Empfohlene persönliche Präventivmaßnahmen veröffentlicht dasRobert Koch-Institut: Aktualisierung des generellen Impfstatus (Pneumokokken, Keuchhusten, Influenza).

Im Falle einer vermuteten Ansteckung, empfiehlt sich ein Anruf bei der*dem Hausarzt*ärztin und im Anschluss bei der Bundeshotline bei Verdachtsfällen: 116 117. Bei begründeten Verdachtsfällen sollte der Arztbesuch vorab angekündigt werden, damit die Praxen sich vorbereiten oder Empfehlungen aussprechen können.

BERUFLICHER SCHUTZ

Sind größere finanzielle Hilfen geplant?

Monika Grütters, Kulturstaatsministerin, verspricht bereits Unterstützungsmaßnahmen besonders auch für Freie Künstler*innen (zweiter Artikel hier), so konkret und finanziell untersetzt wie für den Wirtschaftsbereich in Sachsen-Anhalt ist das aber noch nicht. (Der Dt. Kulturrat und der BFDK haben zu schnellen unbürokratischen finanziellen Hilfen aufgerufen.)

Was geschieht mit meinen zu fördernden Projekten/Anträgen?

Im Land Sachsen-Anhalt wird derzeit geprüft (so die Aussage per Mail aus dem Ministerium für Kultur), wie das Zuwendungsrecht im Pandemiefall ausgelegt wird.

Der Fonds Darstellende Künste stellt klar, dass individuelle Lösungen im Gespräch gefunden werden können, die auf keinen Fall zu Lasten der Selbstständigen gehen.

Wie bin ich als Selbstständige*r geschützt?

Als selbstständige Künstler*innen seid ihr (juristisch) für eure Arbeitsrisiken selbst verantwortlich. (Arbeitnehmende sind durch das Arbeitsschutzgesetz geschützt, z.B. §12(1) ArbSchG – einen guten Überblick zu arbeitsrechtlichen Regelungen und Auswirkungen gibt es beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales)

Wer bezahlt mir meinen Verdienstausfall?

Wer unter Quarantäne gesetzt wird und dadurch Verdienstausfall erleidet, hat die Möglichkeit, geldwerte Entschädigung zu beantragen. Selbstständige erhalten danach anteilig 1/12 des Arbeitseinkommens – ausgehend vom Steuerbescheid des letzten Kalenderjahrs.

Zuständige Behörde ist das Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt

Bei einer Existenzgefährdung können die während der Ausfallzeiten entstehenden Mehraufwendungen auf Antrag erstattet werden. Selbständige, denen der Betrieb wegen Ansteckungsgefahr, sonstiger Krankheitserregerträgerschaft zeitweise geschlossen wird, erhalten neben dem Verdienstausfall auf Antrag die weiterlaufenden nicht gedeckten Betriebsausgaben in angemessenem Umfang. (Details dazu bei dem Verband der Gründer und Selbstständigen sowie beim BFDK)

Welche Rechte, welche Pflichten habe ich an einem institutionalisierten Theater?

Nachtkritik.de versammelt ausführlich Antworten auf die Fragen von angestellten Freien Darstellenden Künstler*innen an institutionellen Theatern.

Welche zusätzlichen Dinge muss ich als Veranstalter*in bedenken?

Als Veranstalter*innen solltet ihr euch regelmäßig beim zuständigen Gesundheitsamt (je nach Kommune/Landkreis) erkundigen nach den aktuellen Empfehlungen für öffentliche oder teil-öffentliche Veranstaltungen. (Bislang sind lediglich Veranstaltungen ab 1.000 Teilnehmenden abzusagen – dies ist eine behördliche Anordnung. Eine Risikobewertungsschablone veröffentlicht das Robert Koch-Institut).

Gibt es regionale Besonderheiten in Sachsen-Anhalt?

Eine Übersicht für Sachsen-Anhalt bietet die Staatskanzlei.

Halle/Saale hat am 12.03. alle öffentlichen Veranstaltungen bis einschließlich 27.03.2020 abgesagt. (Regelmäßige Updates für Halle/Saale gibt es auf der Stadtwebseite)

Magdeburg fordert Veranstalter*innen und öffentliche Orte auf, von allen Besucher*innen die Kontaktdaten zu speichern für spätere Verdachtsfallkontrollen. (Regelmäßige Updates für Magdeburg gibt es auf der Stadtwebseite). Bitte denkt hierbei an DSGVO-Hinweise zur Aufnahme und Speicherung personenbezogener Daten.

Der Landkreis Harz veröffentlicht aktuelle Informationen auf der Seite des Gesundheitsamts.

Wie ist die Lage bundesweit?

In Berlin und Potsdam werden erste Kultureinrichtungen geschlossen, eine Übersicht international über Messen und Museen gibt es bei monopol Magazin für Kunst und Leben.

Ich arbeite mit Kindern und Jugendlichen oder Senior*innen – was sollte ich bedenken?

Als Theaterpädagog*innen oder an Bildungseinrichtungen agierende solltet ihr regelmäßig die Infoseite des Bildungsministeriums zu Corona lesen. (Bereits jetzt sind alle mehrtägigen Ausflüge, Klassenfahrten, schulische Studienfahrten und Schüleraustausche bis 31.05.2020 abgesagt – behördliche Anordnung)

Bitte bedenkt, dass gerade Senior*innen oder Personen mit Vorerkrankungen eine besondere Risikogruppe darstellen. Bitte bedenkt auch, dass Kinder nicht immer ausgeprägte Immunsysteme haben und in der Interaktion mit anderen häufig schwerer eine Impulskontrolle zeigen – die Wahrscheinlichkeit des Körperkontakts im Spiel ist bei Kindern sehr hoch.

Empfehlung zur Öffentlichkeitsarbeit

Plakative Überschriften und Omnipräsenz können Unsicherheit und Angst unterstützen. Dies gilt allerdings auch für zur wenig Informationen. Auch wenn die Raumkapazitäten weit unter 1.000 Personen liegen, lohnt sich eine transparente Kommunikation im Sinne des Publikums.

Wir empfehlen allen Akteuren, die derzeit Vorstellungen spielen und digitale ÖA-Kanäle nutzen, regelmäßig sachliche Informationen für das Publikum bereit zu stellen. Sei es ein simples – Die Vorstellungen XY finden statt oder eine ausführlichere Einschätzung der Lage.