THEATER. ALLTAG. FORSCHUNG – Feldforschung als Teil künstlerischer Praxis

Labor im Rahmen des Qualifizierungsprogrammes weiter schauen bilden

Termin: 28. – 30. Juni 2019 | Fr. 15.00 – 19.00 Uhr | Sa. 10.00 – 18.00 Uhr | So. 10.00 – 16.00 Uhr
Dozentin: Verena Lobert
Ort: Forum Gestaltung – Brandenburger Str. 9, 39104 Magdeburg 

„Feldforschung“bezeichnet in der Ethnologie die systematische Erforschung von Kulturen bei der die Forschenden das Alltagsleben und bestimmte Räume anderer Menschen zeitweise teilen. In den Produktionen der Frl. Wunder AG wird Feldforschung zum Ausgangsmaterial künstlerischer Prozesse. Durch künstlerische Feldforschung eignen sich die Künstler*innen Themen und Felder an, um dieses im (Selbst-)experiment gesammelte Wissen, Aktions- und Bildmaterial für ihre Produktionen auszuwählen, zu bearbeiten und zu verdichten.

Der Workshop gibt Einblick in verschiedene Produktionen der Frl. Wunder AG und die jeweiligen Methoden der künstlerischen Feldforschung. Mit einer Expedition ins Feld legen die Teilnehmenden anhand verschiedener „Forschungsdesigns“ Sammlungen an und entwerfen daraus szenische Skizzen, in denen sie selbst erproben, wie Feldforschung für die performative Theaterarbeit produktiv wird. 

Das Labor richtet sich an alle Theaterschaffenden und Interessierten, die sich mit den Mitteln und Möglichkeiten eines forschenden Theaters beschäftigen wollen. Eine verbindliche Anmeldung ist bis spätestens 31. Mai 2019 über das Anmeldeformular möglich!

Die Veranstaltung ist als Lehrerfortbildung anerkannt: WT 2019-074-32

Frl. Wunder AG 
produziert seit 2006 als mittlerweile neunköpfiges Performancekollektiv Bühnenformate, Performances und Interventionen im öffentlichen Raum. 
Inhaltlich geht es stets um drängende gesellschaftspolitische Fragen der Jetzt-Zeit.Ausgangspunkt ihrer Arbeitsweise sind neugierige Recherchen in fremde Milieus, Städte und Länder, zu fast vergessenen biographischen Spuren, Wissenschaftler*innen und Expert*innen des Alltags. Frl. Wunder AG integriert Arbeitsweisen ethnographischer Feldforschung in ihre kulturwissenschaftliche und ästhetische Praxis, sammelt im Selbstexperiment Wissen, Aktions- und Bildmaterial aus sozialen Feldern und verdichtet diese in ihrem Probenprozess. Sie inszeniert visionäre Gesellschaftsmodelle und Alltagsutopien und erschafft partizipative Gemeinschafts- und Erfahrungsräume auch für jene Zuschauer*innen, die nicht sowieso schon zum klassischen Theaterpublikum gehören. 

Verena Lobert      
ist Diplom-Kulturwissenschaftlerin der Universität Hildesheim und Gründungsmitglied der Frl. Wunder AG. Neben den regelmäßigen Produktionen mit ihrem Performance-Kollektiv, unterrichtet sie als Dozentin für „Kreative Methoden und Theater“ im Studiengang Soziale Arbeit an der Medical School Berlin. Sie gibt Workshops und Coachings für Theater-Profis und Performance-Begeisterte und erarbeitet forschungsbasierte Stück-entwicklungen mit Menschen verschiedener Alter und Kontexte.

Foto: © Gernot Wöltjen

Teilnahmegebühr
135,00 € | 97,00 € (ermäßigt*) | 76,00 € (LanZe-Mitglieder)

*gilt für Studierende, ALG II-Empfänger*innen, Schüler*innen, Schwerbehinderte