Nathan der Rollende

Mit abwechselnder Wirkung von Videokunst, Sprache und bizarrem Schauspiel sorgt die Gruppe EMILY-Dessau am zweiten Tag des 25. Schülertheatertreffen Sachsen-Anhalt in Halle für ein interessantes Erlebnis. Mit vielen Ideen und fantasievollen Darstellungen wird der Zuschauer in die Thematik des Stückes hineingeworfen. Jedoch schien der Wechsel zwischen Schauspiel und Video unausgeglichen und der Handlung war schwer zu folgen, wenn man die Story nicht kannte. Es wäre hilfreich gewesen, eine Einführung in die Thematik zu bekommen, da man diese noch nicht voraussetzten  kann.

In dem Stück geht es um den Juden Nathan, der  in dieser Inszenierung in einem Rollstuhl sitzt und den Sultan Saladin darüber beraten soll, welche der drei Religionen – Christen, Juden oder Muslime – denn nun die richtige sei.

Die mimische Gestaltung war bemerkenswert, jedoch mangelte es an Überzeugungskraft, die Handlung gut zu übermitteln. Allerdings wäre zu überlegen, ob weniger Videomateriealien nicht geschadet hätten. Einige Zusammenhänge erschließen sich nicht  – zum Beispiel die Maskenperformance  hinterließen ein ratloses und verwirrtes Publikum. Trotz allem: ein bemerkenswertes Theaterstück. (JANNIK)