„Baustelle ICH“ – spielmitte e.V., Halle

Projektleitung: Michael Morche, Forian Strauch

 

„Es war es eine große Herausforderung, sich ständig selbst zu disziplinieren.“ (Teilnehmer)

 

In dem Projekt setzten sich die teilnehmenden Jugendlichen mit Themen und konkreten Fragestellungen aus ihrer Lebenswelt auseinander. Die Mentoren Michael Morche und Florian Strauch waren dabei nur begleitend tätig, indem sie die Gruppen in einen eigenverantwortlichen Arbeitsprozess führten.

Das Projekt entstand in einer gemeinschaftlichen Aktion zur Themenfindung. Alle Teilnehmenden erhielten die Möglichkeit, aufzuschreiben, was sie momentan im Leben beschäftigt. Heraus kamen große Themenkomplexe wie Ungerechtigkeit, Gender, Sexismus und Rollenbilder. Auf der Grundlage einer offenen Diskussion wurden alle vorhandenen Gedanken, Haltungen, Bilder und Klischees zu den verschiedenen Themen diskutiert und Kleingruppen gebildet. Insgesamt drei Gruppen hatten die Möglichkeit, Theater und seine Möglichkeiten selbst zu entdecken, Freiraum zu geben und sich selbst auszudrücken.

Foto: Ray Behringer

Die erste Gruppe repräsentierten die „Schaffner“, die sich der Fragestellung annähern, wie man sich aus gesellschaftlichen Zwängen befreit. Die zweite Gruppe „Farben“ beschäftigte sich mit den Themen Sexismus, Sexualität und Gender. Die dritte Gruppe nannte sich „Hinterm Ende“ und konstruierte in ihrem Stück zwei Welten, die durch eine Mauer voneinander getrennt sind. In der einen Welt ist eine Dominanz der Frauen vorherrschend, in der anderen Welt dominieren die Männer. Zwei Frauen aus den jeweils verschiedenen Welten lernen sich zufällig kennen und tauschen sich aus. Innerhalb ihres Gespräches lernen sie viel über sich selbst, wachsen über sich hinaus und schaffen Veränderungsprozesse.

Foto: Ray Behringer

Die Teilnehmer*innen empfanden es als sehr positive Erfahrung, alles selbst entwickeln zu dürfen (Text, Regie, Kostüme, Requisiten usw.) und dabei über sich hinaus zu wachsen. Gleichzeitig betrachteten sie es als große Herausforderung, sich ständig selbst zu disziplinieren und in ihrer Eigenverantwortlichkeit konzentriert zu arbeiten.